Diskussion um Eichenwirtschaft im Spessart erhitzt die Gemüter

Dass Schädlingsbekämpfung an der Eiche bis heute nicht tabu ist, zeigen die in den Jahren 2016 und 2017 durchgeführten Gifteinsätze auf der Fränkischen Platte.

Die Diskussion um die Eichenwirtschaft im Spessart erhitzt nach einem Zeitungsbericht im Main Echo vom 26.11.2018 (Leitartikel und Kommentar) die Gemüter. Basis der Berichterstattung ist die von uns erstellte Dokumentation (siehe unten). Leider gab es darin in einer Bildunterschrift auf Seite 12 eine fehlerhafte Formulierung über die Zeitdauer von Gifteinsätzen im Spessart (die auch im Widerspruch zu unserer Zusammenfassung stand).

Sofort nachdem uns dies zur Kenntnis kam, haben wir dies natürlich in einer E-mail an das Mainecho (inkl. Kopie an die beiden im Artikel genannten Förster) klargestellt und unsere Dokumentation so schnell wie möglich korrigiert und aktualisiert.

Die korrigierte Version der Dokumentation können Sie hier einsehen: 20181130 Die bittere Wahrheit über die Eichenwirtschaft im Spessart –

Hier finden Sie die Ursprungsversion: 20180228 Die bittere Wahrheit über die Eichenwirtschaft im Spessart

Hier im Wortlaut die email, die am 29.11.18 von uns abgeschickt wurde und die inhaltlich bereits am 30.11. vom Mainecho wiedergegeben wurde:

In der Tat haben wir im Begleittext zu einem Bild auf S. 12 eine fehlerhafte Formulierung zu Gifteinsätzen im Wald, die den Eindruck vermittelt hat, dass im Spessart bis in die Gegenwart Gifteinsätze stattfanden. Das ist nicht richtig! Sachlich richtig ist unsere Formulierung in der Zusammenfassung auf der letzten Seite. Mir war der der Fehler in der Bildunterschrift vorher nicht aufgefallen. Ich entschuldige mich dafür. Selbstverständlich wird dies in unserer Dokumentation korrigiert. Eine korrigierte und aktualisierte Version ist bereits in Vorbereitung. Sobald diese vorliegt, wird sie ebenfalls ins Netz gestellt. (Ich denke, dass wir die derzeitige Version (eindeutig gekennzeichnet) auch im Netz belassen, damit jeder die Änderungen nachvollziehen kann, wenn er daran Interesse hat.). Ich werde Sie benachrichtigen, wenn die neue Version vorliegt.

Mir tut es leid, dass sich die derzeit im aktiven Dienst stehenden Förster (Herr Keßler und Herr Vogel) persönlich durch unsere Dokumentation angegriffen fühlen. Unsere Dokumentation bezieht sich auf die Verhältnisse der gesamten letzten 220 Jahre, weil so lange schon eine ungebrochene Tradition der Spessarter Eichenwirtschaft im Staatswald besteht. Wir sind uns bewusst, dass die nun aktiven Forstleute hier auch ein Erbe (in Form von „Eichen-Plantagen“) übernommen haben, das sie gar nicht von heute auf Morgen ungeschehen machen können, selbst wenn sie wollten (und dürften). Die Dokumentation ist nicht als persönliche Anklage gegen die jetzt tätigen Förster zu verstehen, wohl aber als Aufforderung in den kommenden Jahrzehnten ökologische Aspekte verstärkt zu beachten. Positive Veränderungen in den letzten Jahren sehen wir durchaus und begrüßen diese. Natürlich bauen wir darauf, dass sich dies in der Zukunft fortentwickelt.

Mir ist diese Klarstellung sehr wichtig. Daher habe ich die beiden Förster auch gleich in Kopie mit auf diese mail genommen.

Ich nehme das Angebot von Herrn Keßler gerne wahr, der in ihrem Beitrag sagt, „dass er hoffe, dass auch mit den Freunden des Spessarts ein sachlicher Dialog in Gang komme“.

Wir sind gerne zu einem Gespräch mit den Förstern bereit, zB in Ihren Redaktionsräumen aber auch anderswo.

Insbesondere möchte ich dazu lernen, warum die Förster unser Positionspapier in ihrem Artikel pauschal „als „Pamphlet“, die Inhalte als jeder fachliche Grundlage entbehrende Diffamierung …“ bezeichnen. Ich halte eine Klärung hier für sehr wichtig. Unsere Dokumentation ist ja für jeden im Internet frei zugänglich und leicht zu finden in dem man in einer Suchmaschine einfach den Titel “Die bittere Wahrheit über die Eichenwirtschaft im Spessart eingibt“. Jeder kann sich selbst ein erstes Bild machen, wie er die Dokumentation einschätzt. Fachliche Erläuterungen dazu sind aber immer hilfreich. Ich bin gerne bereit, hier neue Aspekte zu erfahren und auch unsere Positionen dann zu überdenken. Wichtig ist doch, dass wir für die zukünftige Waldwirtschaft die richtigen Wege einschlagen.

Dr. Bernd Kempf

1. Vorsitzender BBFdS (Bürgerbewegung Freunde des Spessarts) / Mitglied des Vorstandes Kreisgruppe BN MIL